2. Herbstliche Informatiklehrerfortbildung - HILF! 2017

Die GI-Fachgruppe "Informatische Bildung in Mecklenburg-Vorpommern" ludt alle interessierten Lehrkräfte am Mittwoch, dem 20. September 2017 von 09:00 bis 15:45 Uhr zur 2. Herbstliche Informatiklehrerfortbildung - HILF! 2017 in das Institut für Informatik der Universität Rostock ein.

    

Auf dem Weg zum Pflichtfach Informatik und Medienkunde erproben derzeit 21 Modellschulen die im curricularem Konzeptpapier für das Fach vorgeschlagenen Ziele für einen zeitgemäßen, schüleraktiven Unterricht. In den vier Workshops  der Tagung wurden Inhalte aus dem Konzeptpapier handlungsorientiert vorgestellt und konnten direkt vor Ort ausprobiert werden. Darüberhinaus boten die Workshops aber auch jede Menge Anregungen für den aktuell gültigen Rahmenplan.

    

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten genau zwei aus vier Workshops wählen:

  1. Von der Turtle zum Computerspiel - Blockbasiertes Programmieren mit Scratch und Co.
  2. Blockbasiertes Programmieren von Calliope mini und BBC micro:bit
  3. Maschinelle Verarbeitung von Daten im Netz verstehen - Suchmaschinen begreifen
  4. Sicher kommunizieren durch Verschlüsselung - Geheimsprachen entdecken

    

Anerkennung als Fortbildung, Reisekostenerstattung und Tagungsgebühr

Die Tagung ist als Fortbildung durch das IQ M-V anerkannt. Reisekosten werden entsprechend der gesetzlichen Regelungen erstattet. Es wird keine Tagungsgebühr erhoben.

Anmeldung

Das Anmeldefenster des IQ-MV ist seit dem 12.09.2017 geschlossen. 

Tagungsort

Universität Rostock
Fakultät für Informatik und Elektrotechnik
Albert-Einstein-Straße 22
18059 Rostock


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Tagungsablauf 

  • 08:30 Uhr: Anreise - Teilnehmerregistrierung
  • 09:00 Uhr: Begrüßung
  • 09:05 Uhr: Fragerunde zur informatischen Bildung und zum Informatikabitur (RPK und AAK Informatik)
  • 09:30 Uhr: Kaffeepause
  • 09:45 Uhr: Workshops 1 bis 4 (1. Runde)
  • 12:15 Uhr: Mittagspause
  • 13:15 Uhr: Workshops 1 bis 4 (2. Runde)
  • 15:45 Uhr: Ende der Veranstaltung 

Fotos im Hörsaal: Lutz Hellmig, Rostock; Fotos in den Workshops: Christopher Frank, Rostock

Workshop 1 - Von der Turtle zum Computerspiel - Blockbasiertes Programmieren mit Scratch
Enno Schröder, Neuenkirchen; Dr. Gerlind Birke, Rostock.
Curriculares Konzeptpapier für das Fach Informatik und Medienkunde: Jahrgangsstufe 5 bis 7
Rahmenplan Informatik: Jahrgangsstufe 10 - Sprachen und Sprachkonzepte

Mit Schülern ab Klasse 5 programmieren? Das geht!

In diesem Workshop wird das blockbasierte Programmieren mit dem Werkzeug Scratch/Snap! vorgestellt. Mithilfe farbiger Blöcke lassen sich intuitiv Algorithmen zusammenschieben. Dabei ist der Kreativität der Nutzer keine Grenze gesetzt. So lassen sich leicht farbige Turtle-Zeichnungen, kleine Filme, interaktive Märchen und sogar richtige Spiele entwickeln! Mit Scratch erlernen die Schülerinnen und Schüler ganz nebenbei grundlegende Tastatur- und Maus-Bedienungskonzepte, die Hand-Augen-Koordination beim Ziehen der "Bausteine", das informatische Denken in Abläufen und Teamfähigkeit, wenn mehreren Schülern Objekte mit Fähigkeiten für ein gemeinsames Spiel gestalten.

Im Workshop werden das Werkzeug Scratch/Snap! und Ideen/Materialen zum Unterricht vorgestellt.

Für die Umsetzung der Workshopinhalte benötigen Sie einen eigenen Rechner mit Scratch 1.4, Scratch 2.0 Offline oder Snap! Offline.

 

Workshop 2 - Blockbasiertes Programmieren von Calliope mini und BBC micro:bit
Silke Herbst, Stralsund & Kerstin Korthals, Tribsees; Anne Buhrand, Rostock
Curriculares Konzeptpapier für das Fach Informatik und Medienkunde: Jahrgangsstufe 8 bis 10 
Rahmenplan Informatik: Jahrgangsstufe 10 - Sprachen und Sprachkonzepte

Alles um uns herum wird digital! Uhren messen unseren Puls und zeigen Warnmeldungen an, Smartphones erfassen Bewegungen und fordern uns zum Laufen auf. Das autonome Haus und Auto misst, steuert und regelt selbständig. Wie kann man diese Entwicklung kritisch in einen zeitgemäßen Unterricht abbilden? Mithilfe von Mikrocontrollern, die über Sensoren und Aktoren verfügen und sich blockbasiert programmieren lassen, können Schülerinnen und Schüler die faszinierenden Möglichkeiten entdecken.

Im Workshop können die Mikrocontrollerboards BBC micro:bit und Calliope mini mit ihren Aktoren und Sensoren blockbasiert programmiert werden. Sie erhalten Anregungen und Zugänge zur Umsetzung der Ziele des curricularen Konzeptpapiers und können die Möglichkeiten der Geräte im Computerpool der Universität selbst ausprobieren. Eigene Technik wird nicht benötigt.

Workshop 3 - Maschinelle Verarbeitung von Daten im Netz verstehen - Suchmaschinen begreifen
Dr. Lutz Hellmig, Rostock; Tobias Zimmer, Stralsund
Curriculares Konzeptpapier für das Fach Informatik und Medienkunde: Jahrgangsstufe 9
Rahmenplan Informatik: Jahrgangsstufe 7/8 - Informieren in Datenbanken und Datennetzen

Alle Internetnutzer benutzen Suchmaschinen, um Informationen zu finden. Die wenigsten wissen aber, wie eine Suchmaschine funktioniert. Gerade dieses Wissen wäre aber nötig, um Suchanfragen gezielter zu stellen und damit die Ausbeute und die Präzision zu verbessern. Soekia ist eine didaktische Suchmaschine, die einen Blick in die Funktionsweise erlaubt. So lässt sich beispielsweise die interne Datenstruktur, der Index, anzeigen. Wortnormalisierungen lassen sich ein- und ausschalten. Die Rangierung der gefundenen Dokumente kann mittels Rangierungsprinzipien gesteuert werden. Darüberhinaus sollte aber jeder Nutzer auch eine Vorstellung über den Einfluss von Geo- und Metadaten, Hardware und Suchmaschine auf das Ergebnis von Abfragen haben, um das eigene Verhalten reflektieren zu können und die Auswirkungen der maschinellen Auswertung von Daten und Metadaten auf sich selbst und die Gesellschaft erkennen und bewerten zu können.

Im Workshop untersuchen die Teilnehmer mit realen Suchmaschinen und mit Soekia die Arbeitsweise dieser Maschinen und den Einfluss verschiedener Faktoren auf die Suchergebnisse. Dabei steht die Umsetzung im Unterricht im Vordergrund. 

Für die Umsetzung dieser Workshopinhalte benötigen Sie einen eigenen, W-LAN-fähigen Rechner.

Workshop 4 - Sicher kommunizieren durch Verschlüsselung
Tino Hempel, Ribnitz-Damgarten; Christopher Frank, Sanitz
Curriculares Konzeptpapier für das Fach Informatik und Medienkunde: Jahrgangsstufe 7 bis 9
Rahmenplan Informatik: Leitlinie Umgang mit Informationen

Erst durch die Enthüllungen Edward Snowdens über die Massenüberwachung der Bevölkerung weltweit ist des Thema Verschlüsselung in das Bewußtsein der Internetgemeinde gelangt. Dabei gilt doch die moderne Kryptologie als die Geburtsstunde der Informatik und hat dabei doch eine jahrtausendalte Vorgeschichte. Mittlerweile bekommen wir den Einsatz kryptografischer Verfahren gar nicht mehr mit. Oder nehmen Sie HTTPS, digitale Signaturen, Identifikationsprotokolle, kryptografische Hashfunktionen, Geheimnisteilung, elektronische Wahlverfahren und elektronisches Geld bewusst war? 

Im Workshop werden grundlegende Prinzipien und Verfahren der Ver- und Entschlüsselung ganz ohne Computer vorgestellt und schülergerecht aufbereitet.

Statt eines Rechners benötigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Schere und Klebestift, denn es werden Maschinen gebastelt, Nachrichten verschlüsselt und Codes geknackt.

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Fotos im Hörsaal: Lutz Hellmig, Rostock; Fotos in den Workshops: Christopher Frank, Rostock